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  • christiananders86

100 Jahre Sport in Gnoien (Chronik Teil II)

In dieser Ausgabe berichte ich über den Zeitraum von 1920 bis zum Ende des 2.Weltkrieges.

 

2.      Teil        Gründung des Gnoiener Sportvereins von 1924

 

Die Ausgangssituation war nach dem verlustreich überstandenen 1.Weltkrieg, der Gründung der Weimarer Republik mit dem Kapp-Putsch, der auch in Gnoien seine Schatten verbreitete, der Inflation und einer allgemeinen Notlage in Deutschland und in Mecklenburg nicht gerade ermutigend. Dennoch kam es im Jahr 1924 zur Gründung eines Sportvereins, der mehrere bereits bestehende Sportarten in sich vereinigte (Turnverein, Fußball-und Hockeyklub, Handball sowie Kegelklubs) nur der Klub der Radfahrer blieb separat. Im Sommer des Gründungsjahres stellt der Rat der Stadt Gnoien den Sportlern ein Gelände zum Bau eines Sportplatzes zur Verfügung. Das Gelände zwischen der Köppen’schen Mühle und den „Anlagen“, die Herrichtung haben sie selbst zu erledigen. Die Stadt liefert unentgeltlich Kies für die Einebnungen und Holz für die Tore. Die Arbeiten zogen sich  allerdings in die Länge und erwiesen sich als reichlich aufwändig, sodass erst der Reichsarbeitsdienst Anfang der 30er Jahre einen bespielbaren Platz herrichten konnte. In den Kriegsjahren wurden auch Gefangene zur Vervollkommnung der Anlage herangezogen. In diese Zeit fiel auch die Errichtung der Gnoiener Badeanstalt (22. Juni 1936) durch den Reichsarbeitsdienst.



Die oben im Bild befindliche Windmühle, welche sich bis zu seinem Abriss ca.1973 in einem guten Zustand befand, musste leider dem Bau einer Motorrad-Rennstrecke weichen! (Heute unsere Nebensportanlage. Die zweite Mühle wurde Ende der 1970er Jahre auf Anregung des Stadtrates und unseres Sportfreundes Heinz Lux zu einer Gaststätte ausgebaut.

Ein genaues Gründungsdatum bzw.eine Gründungsurkunde liegen uns nicht vor, allerdings ein Petitionsschreiben des damaligen Vorsitzenden Erdmann Trost an den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin,  Friedrich-Franz IV., mit der Bitte um Unterstützung beim Bau des Sportplatzes. Die Angelegenheit wurde leider nicht positiv beschieden.

Das Interesse an sportlicher Betätigung nimmt Mitte der 20er Jahre deutlich zu, was an den Anmeldungen zu den einzelnen Abteilungen erkennbar war. .Auch Frauen-und Mädchensport waren damals schon angesagt!!

Die Mädchenhandball-Mannschaft von 1926

Ältere Bürger werden sich an folgende Mädel von damals vielleicht noch erinnern!


Hinten: Ilse Hannemann geb. Wendland, Lotte Köppen geb.Waldmann, Gerda Hoth, Gertrud Wahl, Magda Pittak geb.Wolf,        Mitte: Hertha Wiegert, M.L. Eggert geb Reppin,                     Vorn: M.L. Pagel geb.Wetzel, Luise Andersen, Gertrud Trost geb.Müller, Gerda Junge geb.Hebert




Aus der Zeit unter der NS-faschistischen Regierung ab 1933 liegen keine Dokumente oder Erinnerungen über den Sport in Gnoien vor. Es gab aber wie überall in Deutschland eine Gleichschaltung der Gesellschaft für die Ziele des Nationalsozialismus. Welch ein trauriges Kapitel der deutschen Geschichte !!

 

Die 3.Folge der Geschichte des Gnoiener Sports beginnt mit der Neuordnung nach dem 2.Weltkrieg bis zur Wendezeit 1990

 

Ottmar Schug

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